Planung der Route
Kartenmaterial
In unbekannten Tourengebieten sollte man immer eine amtliche Karte im Maßstab
1:25000 mitführen,
auch wenn man mit einem Navigationsgerät unterwegs ist. Zusätzlich ist ein
detaillierter Gebietsführer mit der genauen Tourenbeschreibung von Vorteil. Für
die präzise Ausrichtung des Kartenmaterials ist auf jeden Fall ein Kompass
mitzuführen.
Schneeschuhrouten
Im Vorfeld sollte man sich über die ausgewählte Schneeschuhtour informieren,
dazu sind die Angaben wie Schwierigkeit, Tourencharakter, Lawinengefahr,
Routenführung und Anfahrt in das Tourengebiet in Erfahrung zu bringen. Bei
mehrtägigen Touren sind Planungen für evtl. Biwakplätze oder
Hüttenübernachtungen (Winterraum) erforderlich.
Situationsinformation
Durch Einblick in WEB Kameras oder SMS bzw. Faxabrufe sowie den lokalen
Lawinenlageberichten und dem Rundfunk kann die aktuelle Lage im Tourengebiet
betrachtet werden. Die besten Informationen bekommt man jedoch immer noch von
hiesigen Bergschulen durch einen kurzen Anruf und Gespräch mit einem Bergführer
oder einem einheimischen Bekannten!
Schneeschuhgelände
Die Anstiege sollten im mäßig steilen Gebirge sein, entlang geneigten Almen und
durch kupiertes Gelände verlaufen. Ab einer Hangneigung steiler 30 Grad,
wird das Gehen mit den Schneeschuhen problematisch, nur bei guten Verhältnissen
und entsprechenden Schneeschuhen mit Harschkrallen sind Steilhänge dieser Art
ohne größere Anstrengung zu bewältigen. Bei Traversierungen die über ca. 20 Grad
Hangneigung durchzuführen sind, benötigt man Schneeschuhe mit gutem Seitenhalt
um ein seitliches Wegdriften zu vermeiden.
Tourlänge
Die Länge der Schneeschuhtour richtet sich nach der Kondition der Gruppe, der
Schneemenge und Beschaffenheit sowie der Wegstrecke die an einem Tag
zurückzulegen ist. Zudem ist die Jahreszeit von wichtiger Bedeutung, da im
Frühwinter die Sonne sehr früh unter geht und es dunkel wird im Gegensatz zum
Frühjahr wo es wieder länger Tag bleibt. Ein wichtiger Aspekt sind auch die
Schneeverhältnisse, je mehr es ins Frühjahr geht, desto zeitiger sollte man
seine Tour beginnen, da mit zunehmender Sonneneinstrahlung sich der Schnee
erwärmt, tiefer sowie für die Tour zeitintensiver wird.
Für die Berechnung der Dauer von Bergtouren gibt der Deutsche Alpenverein (DAV)
folgendes Richtmaß vor:
400 Höhenmeter im Aufstieg sowie 4 Kilometer in der Ebene pro 1 Stunde = ~
1,5 Std. Gehzeit
Der kleinere der beiden zu addierenden Zeitfaktoren muss halbiert werden.
Dies gilt auch bei Schneeschuhtouren sofern man nicht im Tiefschnee spuren muss!
Bsp.: 800 Hm und 2 km Horizontalentfernung = 2 Std. + 0,25 Std. = 2,25 Std
Schwierigkeit
Die Schwierigkeit richtet sich vor allem nach der Steilheit des Hangs bzw.
Berges weniger nach der Enge des Routenverlaufs. Die Anwendung und Beherrschung
der richtigen Gehtechniken sind die entscheidenden Faktoren um genussvoll eine
Schneeschuhtour durchzuführen. Ein gewisses Gleichgewichtsgefühl für das "Sliden"
(abrutschen von steilen Hängen) ist sicherlich von Vorteil um diese sturzfrei zu
bewältigen. Ohne eine angelegte Aufstiegsspur ist die mühevolle Spurarbeit zu
leisten, diese kostet erhöhten Kraftaufwand und sowie besondere Fähigkeiten der
Orientierung.
Können der Gruppenmitglieder
Es ist wichtig dass mindestens 2 Personen miteinander bei einer Schneeschuhtour
unterwegs sind, um in Notfällen auch die Hilfe organisieren zu können. Insgesamt
sollte die Gruppe jedoch die Anzahl von 10 Personen nicht übersteigen, da sonst
das ursprüngliche Naturfeeling nicht zustande kommen kann. Es ist dabei von Vorteil,
wenn alle Gruppenmitglieder annähernd dieselben Fähigkeiten mitbringen. Sollte
dies nicht der Fall sein, so muss die Tourplanung entsprechend dem schwächsten
Teilnehmer angepasst werden. Die beiden Schneeschuhgeher mit der meisten
Erfahrung sollten
immer am Anfang und Ende gehen, damit die Gruppe gemeinsam das Ziel erreicht und
Schwächere durch das Hinterhergehen nicht demotiviert werden.
Jahreszeit abhängige Planung
Die Schneemenge und -verhältnisse verändern sich während des Winters in
Abhängigkeit von den Niederschlägen, Temperaturen und Schneearten.
Im Frühwinter sind oft die Bedingungen nicht sehr gut, da die Schneegrundlage
fehlt und so die Gefahr besteht dass z.B. Gletscherspalten oder Latschen nicht
mit Schnee bedeckt sind.
Im Hochwinter fällt dann oft auch viel Schnee, doch der Untergrund ist meistens
mit einer festen Schneedecke verbunden. Es ist in dieser Jahreszeit besonders
auf die Lawinensituation zu achten, da die Witterungsbedingungen während dieser
Zeit besonders oft wechseln.
Im Spätwinter hat sich der Schnee auf Grund der tagsüber wärmeren Temperaturen
meist sehr gut gefestigt, Spalten und Latschen sind auch im Wald mit Altschnee
bedeckt. Bei den Touren im Frühjahr ist das Mitnehmen von Harscheisen von
Vorteil, da sich über Nacht oftmals ein Harschdeckel auf der Schneedecke
gebildet hat. Gegen Mittag heizt die kräftige Sonne die Schneedecke auf und es
besteht die Gefahr von Nassschneelawinen.
Allgemein gilt: Morgenstund hat Gold im Mund, früh losgehen hat den Vorteil dass
man die Natur meistens alleine genießen kann und die Bedingungen auch besser sind!